Die Orgel in der Abtei-Kirche Sayn

Die Orgel wurde 1778 von den Gebrüdern Stumm aus Sulzbach (Hunsrück) als seitenspielige Brüstungsorgel gebaut.

Im Vertrag vom 28. März 1778 steht, das Gehäuse solle „von gutem Eichen holz, mit den gehörigen Zierrathen verfertiget, und mit folgenden spezificirten registren, mit drey Bälgen, die beide clavier mit schwartz Eben holz biß ins hohe D, das Pedal von 15 Thön versehen werden“.

1887 erweiterte man die Empore um 3,50m nach vorne, so dass die Orgel nun mitten auf der Empore stand. Entsprechend dem Zeitgeschmack kam es im gleichen Jahr zu einer Veränderung der Disposition.

Anfang des 20. Jahrhunderts verfiel die Orgel infolge mangelnder Pflege, aber auch aufgrund der großen Feuchtigkeit in der Kirche immer mehr.

1954 baute man bei einer ersten Restaurierung das Unterpositiv der Orgel als Rückpositiv in die Empore ein und errichtete einen neuen Spieltisch vor dem Hauptwerksgehäuse in der Mitte. Diese Eingriffe wurden bei einer grundlegenden Restaurierung durch die Orgelbauwerkstatt Klais (Bonn) im Jahre 1997 rückgängig gemacht. Die Orgel befindet sich jetzt wieder mit geringen Ausnahmen im Zustand von 1778.

Das Werk besitzt 29 Register, die sich auf 2 Manuale (C – d³) und Pedal (C-c1) verteilen.

In Fachkreisen erfährt die Orgel eine sehr hohe Wertschätzung. Organisten aus vielen Ländern haben  sie im Rahmen großer Konzerte gespielt.

 

Der Text ist die leicht veränderte, ergänzte Fassung des Textes von „Ehem. Prämonstratener-Abteikirche Bendorf-Sayn“, Schnell, Kunstführer Nr. 2460, 1. Auflage 2001, ISBN 3-7954-6339-4.